Landschaftswerkstatt

Sukzession und Diversität der Bodenfauna in den Schlabendorfer Feldern

Die Bodenfauna nimmt in Böden von gestörten Standorten mit eingeschränkter biologischer Aktivität eine Schlüsselstellung für die Funktion des Ökosystems ein. Deshalb ist das Ziel des Teilprojekts, Sukzession und Diversität der Bodenfauna in Eichenforsten innerhalb und außerhalb der Bergbaufolgelandschaft (BFL) sowie auf Offenlandstandorten der BFL zu untersuchen. Wichtig ist dafür, die Mikro- und Mesofauna im Boden genau so zu berücksichtigen wie auch die Makrofauna und Räuber im Nahrungsnetz.

 

Offenlandfläche   Roteichenbestand
   

16-jährige Offenlandfläche mit natürlicher Etablierung von Kiefern auf einem Sandtrockenrasen (Schlabendorf-Süd).

 

23-jähriger Roteichenbestand in der Bergbaufolgelandschaft (Schlabendorf-Nord).


Um die Bedeutung der Bodenfauna für die Ökosysteme der BFL ermitteln zu können, ist eine mehrschichtige Herangehensweise notwendig. Zunächst ist es erforderlich, die Diversität von Mikro- Meso- und Makrofauna zu analysieren. Da Langzeituntersuchungen im Projektzeitraum nicht möglich sind, wird das Prinzip einer falschen Zeitreihe gewählt. Dabei werden verschieden alte Eichenforste (Rot- und Traubeneichenbestände) und Offenlandstandorte der BFL auf ihre Zersetzergesellschaften hin untersucht und historisch alten Wäldern außerhalb der BFL gegenübergestellt.

Die Bedeutung der verschiedenen trophischen Gruppen der Bodenorganismen im Nahrungsnetz  wird durch deren Auswirkungen auf die Zersetzung organischer Substanz (Dekomposition) und damit auf die Entwicklung leistungsfähiger Böden untersucht. Eine bedeutsame Rolle spielt dabei die Berücksichtigung der Räuber (z.B. Spinnen) als höchste trophische Ebene im Nahrungsnetz.

 

 
   

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der beschalten Amöbe Euglypha strigosa, aus der Kiefernstreu am Ufer des Lichtenauer Sees (Schlabendorf-Nord).

 

Nematode mit Ei. Lichtmikroskopische Aufnahme.


Mit Hilfe von Streubeuteln kann der Einfluss der Bodenfauna auf die Dekomposition beurteilt werden. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob das Fehlen einzelner Gruppen durch andere Gruppen im Nahrungsnetz kompensiert werden kann (Redundanz). Daneben soll analysiert werden, wie genau die Sukzession der Bodenfauna in der Niederlausitzer BFL abläuft. In Laborexperimenten werden ferner die Wechselwirkungen von Gruppen der Bodenfauna mit der Mykorrhiza untersucht. Die Ergebnisse sollen im weiteren Verlauf des Projektes in den Austausch mit den Landnutzern im Rahmen der Landschaftswerkstatt eingebracht werden.

 

Bodenprobe   Schlüsselgruppen der Bodenfauna:

a) Mikrofauna: Beschalte Amöben (Wanner, BTU) & Nematoden
(Hohberg, SMNG)

b)Mesofauna: Enchytraeiden & Makrofauna: Regenwürmer
(Elmer, BTU & Düker, SMNG)

c) Räuber: Spinnen
(Balkenhol, SMNG)
   

Bodenprobe aus 33-jährigem Roteichenbestand (Schlabendorf-Nord); man erkennt die dünne Humusauflage oberhalb des Mineralbodens.

 

 

 

<<< Interaktion der Artengruppen: Wechselwirkungen der Organismen im Boden

 

 

Prof. Dr. Willi E. R. Xylander  

Leitung:
Prof. Dr. Willi E. R. Xylander
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (SMNG),
Postfach 300 154
02806 Görlitz

Telefon: +49 (0)3581 - 4760 100,
Telefax: +49 (0)3581 - 4760 101,
E-Mail: willi.xylander[at]smng.smwk.sachsen.de
www.naturkundemuseum-goerlitz.de

   
   

Beteiligte Wissenschaftler:
Dipl. Landschaftsökologe Michael Elmer (BTU),
Prof. Dr. Manfred Wanner (BTU),
Dr. Karin Hohberg (SMNG),
Dr. Birgit Balkenhol (SMNG) und
Dr. Christian Düker (SMNG)
Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard F. Hüttl (BTU)

 

Dipl. Landschaftsökologe Michael Elmer (BTUC)  

Kontakt:
Michael Elmer
BTU Cottbus,
Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung
Postfach 101 344
03013 Cottbus

Telefon: +49 (0)355 - 69 4596
Telefax: +49 (0)355 - 69 2323
E-Mail: elmer[at]tu-cottbus.de
www.tu-cottbus.de/bodenschutz

 

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