Ein Braunkohletagebau tilgt alle sozialen und infrastrukturellen
Elemente von den Flächen, die er in Anspruch nimmt. So
wurden in den Schlabendorfer Feldern die Ortschaften Stoßdorf
und Tornow (Schlabendorf-Nord) sowie Pademagk, Gliechow, Stiebsdorf,
Wanninchen und Presenchen (Schlabendorf-Süd) überbaggert,
außerdem die Straßen, Fließe und alle gewachsenen
räumlichen Strukturen der Landschaft.
Heute erinnern Straßennamen
und gravierte
Findlinge an die verschwundenen Dörfer, auf den Flächen
selbst findet man
dagegen keine Spuren - diese sind nur im Bewusstsein der Anwohner
verankert.
Man kennt die Lage der alten Orte, den Verlauf der Straßen
und Fließe, und
man findet sich in Landschaft zurecht, obwohl sich diese auch
heute noch
durch Sanierung und Sukzession rapide verändert.
Ein
Grund dafür liegt
darin, dass die Menschen der Region oftmals selbst "in
der Kohle" bzw. in
der Sanierung gearbeitet haben - sie haben also das Erscheinungsbild
der
Landschaft maßgeblich mit geprägt. Diese starke
Beziehung der Leute zu ihrem
Land hilft vielen Akteuren heute bei der Wiederaneignung der
Flächen - sie
können auf etwas zurückgreifen, sie agieren in ihrer
Heimat. Andere dagegen
lassen die Fremdheit und Egenart der Fläche auf sich
wirken und nehmen
gerade dies zum Anlass für eine Beschäftigung mit
der
Bergbaufolgelandschaft. Wieder andere sehen eine Chance für
eine Nutzung der
Flächen - und somit für eine wirtschaftliche Existenz
auf "neuem Land".
Hier
werden einzelne Nutzer der Flächen porträtiert -
menschliche Besiedler und
Pioniere, die mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorstellungen
in die
Bergbaufolgelandschaft kommen und sie nach ihren Zielen gestalten. |