Landschaftswerkstatt

Die natürlichen und sozialen Lebensbedingungen in einer Bergbaufolge-landschaft kann man als extrem bezeichnen. Bergbaufolgeflächen stehen bis zum Abschluss der Sanierung unter Bergrecht, d.h. sie gelten als ein Betriebsgelände, das nicht von jedermann betreten werden darf.
Die Naturräume sind meist von einer extremen Standortarmut und hoher Substratvielfalt gekennzeichnet. Das Bodenrelief ist entweder stark durch die Sanierung geprägt oder direkte Folge der Auskohlung - in jedem Falle unterscheidet es sich deutlich vom Relief des gewachsenen Landes.
Die geomorphologische Dynamik in einer jungen Bergbaufolgelandschaft ist hoch. Es entstehen neue Gewässer, Trockenrasen und Wälder, Nutzflächen werden angelegt, umgewidmet und verändert.

Auf alle diese Besonderheiten müssen sich die menschlichen Nutzer und die einwandernden Pflanzen- und Tierarten als Besiedler der Flächen einstellen.
Dieser Umstand führt dazu, dass die soziale und natürliche Besiedlung von Bergbaufolgeflächen von besonderer Dynamik und Eigenart ist. Es sind bestimmte natürliche Arten, die die extremen Standortbedingungen für sich zu nutzen wissen und es sind meist auch bestimmte lokale Akteure die sich auf das "Experiment Bergbaufolgelandschaft" einlassen, ohne in der Regel sichere Standbeine jenseits dieser Flächen zu haben: Das Forstrevier Groß Beuchow z.B. umfasst über 90% Kippenflächen, der bei Wanninchen arbeitende Schäfer hat den größten Teil seines Weidelandes in der Bergbaufolgelandschaft und auch die Flächen des Landwirtschaftsbetriebes Groß Jehser sind zu mehr als zwei Dritteln Neuland. Davon ausgehend werden in unserem Projekt soziale und natürliche Besiedlung als zwei aufeinander bezogene Prozesse dargestelllt.

 

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