Landschaftswerkstatt

Untersuchungen zur genetischen Diversität

 

Die Untersuchungsart: Calathus erratus      Foto: Michael Dieke

 

Bergbaulandschaften werden nach ihrer Nutzungsaufgabe nicht nur von Menschen, sondern auch von Tieren besiedelt. Dabei sind bestimmte Arten wegen der hier herrschenden extremen Lebensbedingungen (Erosion, Hitze, z.T. Trockenheit, besondere Bodenverhältnisse) schneller auf dem Vormarsch als andere.
Mit den genetischen Untersuchungen soll geklärt werden, wie verschiedene Insektenarten die Bergbaufolgelandschaft besiedeln und welche Rolle die Umgebung und die enorme Flächenausdehnung der Bergbaufolgelandschaft spielt.
In der ersten Projektphase ("Genetische Diversität ausgewählter Arten der Phyto-, Phytophagen- und Zoophagen-Zönose in sukzessionalen Roteichen-Ökosystemen") wurde hierzu eine Laufkäferart, der Kahnkäfer (Calathus erratus) untersucht. Er ist eine Pionierart, die offene, schütter bewachsene Lebensräume bevorzugt. Als Untersuchungsstandorte dienten Bergbaufolgeflächen verschiedenen Alters in unterschiedlichen Entfernungen zueinander. Als Vergleichsflächen dienten auch ehemalige Truppenübungsplätze mit unverritztem Boden.
Diese Käfer sind meistens ungeflügelt, deshalb wurde angenommen, dass sie nur durch Fortbewegung "zu Fuß" die Bergbaufolgelandschaft besiedeln können und folglich nur aus dem Umland der Bergbaufolgeflächen einwandern.
Nach den genetischen Untersuchungen mittels AFLP (Amplified Length Polymorphism), konnte aber nachgewiesen werden, dass die Käfer selbst größere Entfernungen in kurzer Zeit überwinden können. Dies wird auch durch das Auftreten geflügelter Individuen unterstützt. Diese Strategie kam der Art also bei der schnellen Besiedlung der großflächigen Bergbaufolgelandschaft zu Gute.

Blick in die Bergbaufolgelandschaft Schlabendorf-Süd   Junge Sukzessionsfläche in Schlabendorf Süd
   

Blick in die Bergbaufolgelandschaft Schlabendorf-Süd
Foto: Mareike Güth

 

Junge Sukzessionsfläche in Schlabendorf Süd
Foto: Mareike Güth

In der zweiten Projektphase ("Der Beitrag von anthropogenen Habitaten zur Erhaltung der genetischen Vielfalt von wildlebenden Tier-und Pflanzenpopulationen am Beispiel der Bergbaufolgelandschaft") wird nun der Sandohrwurm (Labidura riparia) mittles genetischer Methoden untersucht. Diese Art tritt ursprünglich nur im Bereich der Küsten auf, wird aber seit geraumer Zeit auch auf offenen Sandflächen der Bergbaufolgelandschaft z.B. auch in der Niederlausitz beobachtet. Somit stellt sich die Frage, woher und auf welche Weise diese Tiere in die Bergbaufolgelandschaft gekommen sind. Für die genetischen Untersuchungen werden Mikrosatelliten eingesetzt.

 

Sandohrwurm Labidura riparia (Männchen)      Foto: Michael Dieke

Bearbeiterin:
Mareike Güth
Diplom-Biologin

Lehrstuhl Allgemeine Ökologie
Konrad-Wachsmann-Allee-1
03046 Cottbus

Telefon: 0 355 - 69 27 73
Telefax: 0 355 - 69 22 25
E-Mail:gueth@tu-cottbus.de

 

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