Landschaftswerkstatt

Die Schlabendorfer Felder sind eine junge Bergbaufolgelandschaft, erst 1991 wurde ihr südlicher Teil stillgelegt. Wie auch die anderen Bergbaufolgelandschaften im niederlausitzer und im mitteldeutschen Revier werden sie nun rasch von Pflanzen und Tieren besiedelt. Zugleich werden sie zunehmend wieder von Menschen genutzt: Landwirte, Förster, Schäfer, Naturschützer, Anwohner, Touristen und Sportler sind die Pioniere der Bergbaufolgelandschaft. Im Zusammentreffen mit der natürlichen Sukzession gestalten sie eine neue Landschaft.

Im Forschungsprojekt SUBICON (Successional Change and Biodiversity Conservation - Entwicklung der Biodiversität ausgewählter funktionaler Artengruppen im Gefüge von Ökologie, Ökonomie und Soziologie) haben Wissenschaftler verschiedener Disziplinen die Auswirkung dieser Veränderungen auf die Biodiversität der Bergbaufolgelandschaft erkundet.

In der abschließenden Phase dieses Prozesses wird die Wissenschaft ihre Ergebnisse in der Landschaft selbst vorstellen und mit den Akteuren in der Region das Gespräch über die weiteren Entwicklungschancen dieser jungen Landschaft suchen. Diese Chancen liegen im Spannungsfeld einer sich neuartig entfaltenden Biodiversität auf der einen Seite und der Suche nach nachhaltigen Bewirtschaftungsformen durch die Nutzer auf der anderen Seite.

Das zentrale Element für diesen regionalen Diskurs ist die Landschaftswerkstatt Schlabendorfer Felder, deren Gastgeber die Heinz Sielmann Stiftung ist. In Ausstellungen und Workshops wird gemeinsam mit den landschaftsprägenden Akteuren ein Szenario der weiteren Entwicklung der Bergbaufolgelandschaft entwickelt und diskutiert, das aus den verschiedenen Bausteinen der Landschaft zusammengesetzt wird: aus Arten und ihren sich verändernden Habitaten, aus Menschen und ihren Flächen, aus Erfahrungen, Erwartungen und Interessen. Dieses Portal soll einen Einblick in diese Arbeit verschaffen.


Karte Schlabendorf

 

Die Flächen, die Hauptgegenstand der Untersuchung sind, liegen im Naturpark Niederlausitzer Landrücken - südöstlich der Stadt Luckau und westlich der Autobahn A13. Der ehemalige Tagebau Schlabendorf Nord umfasst eine Fläche von 2409 ha und wird von den Ortschaften Groß Beuchow, Hindenberg, Stöbritz, Egsdorf, Schlabendorf, Zinnitz und Lichtenau begrenzt. Von 1961-77 wurde hier Kohle gefördert.

Das Sanierungsgebiet Schlabendorf Süd hat eine Fläche von 3269 ha, hier wurde von 1976-91 Braunkohle abgebaut. Um das ehemalige Abbaufeld liegen die Ortschaften Tugam, Fürstlich Drehna, Bergen, Beesdau, Schlabenorf, Zinnitz und Mallenchen.
Ursprünglich war geplant, die zwischen beiden Teilgebieten liegende Fläche als Tagebau Schlabendorf Mitte aufzuschließen. Diese Pläne wurden jedoch aus wirtschaftlichen Gründen nach 1989 aufgegeben. Östlich der Schlabendorfer Felder liegen die beiden ehemaligen Tagebaue Seese-West und -Ost. Die Kohle aus den vier Feldern diente der Versorgung der inzwischen stillgelegten Kraftwerke Vetschau und Lübbenau.

 

Subicon Verbund

Der Subicon Verbund (von links nach rechts): Andreas Röhring, Michael Elmer, Jörn Vorwald, Tim Peschel, Cornelia Rißmann, Walter Durka, Monika Plarski, Kenneth Anders, Gitte Hornemann, Jens Wöllecke, Lars Fischer

 

Ein Projekt des Forschungsverbundes SUBICON (Successional Change and Biodiversity Conservation) 2007-2010: "Entwicklung der Biodiversität im Gefüge von Ökologie, Ökonomie und Soziologie", BMBF 01LC0618A2

Die Projektbeteiligten sind:

BTU Cottbus    SUBICON    Büro für Landschaftskommunikation     Umweltforschungszentrum Halle    ILV - Fernerkundung GmbH    Staatliches Museum für Naturkunde Görlitz

Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung Erkner    Heinz Sielmann Stiftung

 

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